1. Nachbar
  2. BDMDH BIDDB DA
  3. Borderliner
  4. Lieber stehend sterben
  5. Marionetten
  6. Potent, willig und solo
  7. Rock
  8. Scheiss Tag
  9. Sie verarschen Dich
Die Band

LEBENSLAUF

Arschrock – Der Lebenslauf – oder „Wie das Grauen begann“

Es begab sich aber zu der Zeit, als zwei befreundete Paare auf Marius zukamen und ihn darum baten, auf ihrer Hochzeit mit einer Band zu spielen. Marius lehnte mit der Begründung ab, dass er keine Band mehr habe und die Musik von damals mit der alten Band ja auch eher scheiße war. Die besagten Paare gaben ihm zwar Recht, blieben aber hartnäckig, so dass Marius sich gezwungen sah, seine ehemaligen Mitmusiker Bommel und Dominik anzurufen. Diese zeigten sich interessiert und Dominik brachte sogar einen neuen Schlagzeuger mit; so kam Dalle zu uns.

Anfangs war niemand sicher, ob dieses musikalische Experiment überhaupt durchsetzbar war. Nach ätzenden Proberunden kam sehr bald das Einsehen, dass es nicht so wie früher zu alten Zeiten laufen konnte. Am liebsten hätte Marius diese Band schon im Anfangsstadium wieder aufgelöst und sich mit einer Akustik-Gitarre allein auf die Bühne gesetzt. Gut, das mit der Gitarre wäre noch gegangen, aber mit dem Gesang?

Die Band sah es ähnlich, nahm es sportlich und verpflichtete eine junge Dame namens Hofi als Sängerin. Der Gesang war gleich um Klassen besser. Aber ob das mit einem weiblichen Wesen in dieser maskulinen Band auf Dauer gut gehen kann?

Jedenfalls bestand die Band nun aus Marius (Gitarre und immer noch Gesang), Dominik (Bass und ein bisschen Gesang), Hofi (nur Gesang), Bommel (nur Gitarre) und Dalle (hatte mit dem Schlagzeug genug zu tun). Die Bedenken hinsichtlich des weiblichen Wesens haben sich schneller zerstreut, als Dalle trommeln konnte, weil sie sich als sehr selbstbewusste, eigenständige junge Lady durchsetzte.

Die Band stand nun im Proberaum und suchte Lieder, die mit der Selbsteinschätzung, eine Punkband zu sein, auch auf einer Hochzeit gespielt werden konnten. Da sich Hochzeit und Punk irgendwie ausschlossen, fand man natürlich nichts Brauchbares. Daher wurde unerschrocken nach dem Motto gespielt: “Punk ist, wenn’s dir scheiß egal ist, wie die anderen reagieren“. Und so wurden gecoverte Lieder von bekannten Bands eingeübt.

Mit diesen Songs wurde auf der Hochzeit ein Konzert abgeliefert, das nach der selbstkritischen eigenen Einschätzung eher nicht so toll war. Die Band reihte es in die Liste früherer Konzerte ein. Da war die Musik so übel, dass niemand auf die Idee gekommen war, eine Zugabe zu verlangen. Und doch, diesmal war es irgendwie anders. Für die Band völlig überraschend waren Brautpaar und sonstige Zuhörer nicht nur begeistert; sie waren überwältigt von der Band. Aber auch die Band war überwältigt vom eigentlich nicht erwarteten „Erfolg“. Für die Band ein gewisser Konflikt, mit dem sie nicht umzugehen wusste.

Das Konzert wurde trotz vordergründig als kleines technisches Problemchen eingestuftes Handikap aufgezeichnet. Erst nach dem Konzert stellte sich die wahre Größenordnung der Technikprobleme heraus. Gerade das beste Lied, eine Hommage an den Freund und Helfer der Band und in allen Lebenslagen, Mike S. alias Rüdiger, wurde nicht aufgezeichnet, so dass ein (erster) Besuch in einem Tonstudio angesagt war. Dort klappte schließlich die Aufnahme des Songs „Potent, Willig & Solo“, ein Song übrigens, der noch Wellen schlagen sollte. Er kam beim Publikum so gut an, dass er in einer Musikkneipe fester Bestandteil des musikalischen Abendangebots wurde.

 

Frühe Vergangenheit

Greifbares Ergebnis nach dem besagten Besuch in den „HOFA-Studios“ war zunächst die erste CD mit dem passenden Titel „Wedding Crash Tour“, dessen Cover von Thomas recht professionell layoutet wurde. Hinzu kam, dass sich Dominik und Marius aus bis jetzt ungeklärten Gründen voneinander trennten. Dominik begründete sein Ausscheiden fadenscheinig mit seiner Arbeitsüberlastung, die eine mindestens zweimonatige Pause nach sich ziehen würde. Der Schlagzeuger Dalle verließ ebenfalls die Band, da er ohne Dominik nicht weitermachen wollte.

Jetzt standen Marius, Hofi und Bommel vor dem Aus. Der erste eigene Song wurde gerade zum lokalen Hit. Konzertanfragen gingen noch und nöcher ein. Aber es gab nur noch eine Band ohne Schlagzeug und Bassist, also keine Band mehr.

 

Was jetzt?  Wie geht es Weiter?

Bommel schleppte irgendwann seinen Bruder Jens an, zur besseren Unterscheidung Bimmel genannt, der in der Band Schlagzeug spielen sollte. Man probierte mit ihm und überhaupt herum und nahm in einem Anflug von Selbstüberschätzung ein Konzertangebot an. Blöderweise blieben nur drei Monate Zeit, ein komplettes Set für diesen X-Mas-Rock 2008 auf die Beine zu stellen und es fehlte immer noch der Bassmann. Auf einer gemeinsamen Fortbildung erhielten Marius und Hofi, die dort von den Bandproblemen erzählten, vom Seminarleiter den Tipp, sich an einen Zivildienstleistenden mit Bass-Erfahrung zu wenden. Der zeigte nach einer eindeutigen SMS Interesse und wurde sofort verpflichtet.

 

Es gibt wieder eine Band

Jetzt waren diese Helden also wieder zu fünft. Marius (Gitarre, Gebrüll), Hofi (Gesang, Eier), Bommel (nur Gitarre) und die beiden Neuverpflichtungen Alex (Bass, Percussion, Gesang) und Bimmel (Schlagzeug und Nervensäge).

Voller Elan erstellten diese fünf einsamen Ritter ein komplettes Set. Marius schrieb nach dem Motto „Quantität vor Qualität“ Texte wie am Fließband. Alex war überrascht, dass sein Bass tatsächlich vier Saiten hatte und freundete sich mit ihnen an. Bommel unterlegte zusammen mit Marius die Texte mit begeisternder Musik und Bimmel versuchte, ohne jedes Taktgefühl Schlagzeug zu spielen. Es gelang zwar nicht ganz, aber der Körpereinsatz stimmte. Und Hofi? – Gute Frage eigentlich. Die saß im Proberaum, rauchte eine Kippe nach der anderen und sagte entweder nur: „Das klingt alles gleich – also nicht wirklich, aber irgendwie, ich weiß nicht“ oder schlimmer: „Das kann ich nicht singen!“

In der Zeit dieser euphorischen Grundstimmung platzte Hofi mit einem Liedtext herein und meinte allen Ernstes: „Ey, Chef, mach ma Musik dazu“. Alle waren erstaunt und wussten nicht so recht. Aber auch dieser Text wurde vertont und zu einem Hit. So entstand „Scheiß-Tag“.

Unaufhaltsam rückte der X-Mas-Rock-Termin näher und die Nervosität der Helden stieg. Was wird, wenn es alle Scheiße finden? Am Point of no return versammelten sich nicht nur drei weitere Bands sondern auch wohl etwa 200 andere Leute. Die Halle war gefüllt. Es durften zwar eigentlich nur 150 Leute rein, aber mit den Bands, dem Personal und weiteren Zuhörern wurden es doch ein paar mehr. Man war als zweite Band an der Reihe und sagte sich trotzig: „Alles oder nichts, wir können alles gewinnen oder alles verlieren“. Und auch der alte Spruch kam wieder: „Punk ist, wenn du da stehst und Eier hast“ (Danke Malte).

Die Halle wurde gerockt. 200 Menschen sprangen, tanzten, klatschten, schrieen und hatten Spaß. Die Band rief die Anarchie auf der Bühne aus. Alex und Marius wurden von den neuen Fans reichlich mit Bier versorgt. Beim Pogen fiel ein Fan ins Schlagzeug.

Kurzum: Ein riesen Fest von dem die Band noch lange zehren wird.

Mitte Januar 2009 verließ Bimmel die Band und wurde durch Martin als neuer Schlagzeuger ersetzt. Martin, von der Band liebevoll „Herr Kaiser“ genannt, kann nicht nur gut Schlagzeug spielen, nein, er ist auch groß und schön. Also eine echte Bereicherung für die Band. Mit Martin kam auch eine neue Spiellaune in die Band. Da ein Konzert bei der Rock-AG geplant war, blieb nur wenig Zeit, die alten und auch neue Stücke mit Martin einzuproben. Aber diese zwei Monate wurden gut genutzt, denn die Stimmung auf dieser Veranstaltung war wieder riesig. Die Menschen tanzten und sprangen; sie feierten ein Volksfest und hatten einfach gute Laune. Nicht ganz uneitel und auch stolz vernahm die Band, dass nicht nur der erste große Hit „Potent, Willig & Solo“ von den Zuhörern begeistert mitgesungen wurde.

 

Was bleibt noch zu sagen?

Es wird wohl noch aufregend, keiner weiß, wohin der Weg der Band noch hinführt. Ob sie jetzt endlich Rockstars werden? Oder ob sie das wieder selbst vergeigen, da sie das alles nicht so ernst nehmen..?

 

Es bleibt jedenfalls spannend.